07.03.2011
Party-“Weiber“ in Ekstase
Beim Weiberfasching des TV 1848 am Donnerstag rocken die Frauen den Saal. Da wackeln Popos, Törtchen, Bienenflügel und lebende Klobrillen.
Lediglich zwei einsame Männer hatten Zugang zu einem lodernden Inferno. Die zwei Musiker der Band "Logos" durften - als Nonnen verkleidet - mehr als 200 ekstatisch tanzenden Frauen mit ihren Melodien zu Leibe rücken. Die beklatschten denn auch frenetisch die Band und verwandelten den Saal des "Schwarzen Bären" in Beiersdorf in einen brodelnden Hexenkessel.
In ihrer launigen Büttenrede nahm die Präsidentin des traditionellen Weiberfaschings des TV 1848, Hannelore Franke, kein Blatt vor den Mund. Um starke, kluge Frauen ging es, aber auch um Reize ("zeigt eueren Busen!"). Nur knapp riss Franke den Sparkurs der Stadt und die Ballsporthalle an, um dann kurzerhand abzublocken: "Wen interessiert das heute?" Stattdessen nahmen die "Butzigen Bienchen" die Beine in die Hand und tanzten "Majas Blumenwiesentanz". Da flogen Arme und Beine in die Luft, die Bienchen schüttelten sich, die Flügel schwirrten und die Fühler wackelten. "Wir treten seit vier Jahren spontan hier so auf", sagten Silke und Caro augenzwinkernd. Den Zuschauerinnen gefiel es prächtig und sie spendeten reichlich Beifall.
Schon kurz nach der Eröffnung um acht Uhr gab es Party ohne Ende. Da tanzten Großwalburer und Grattstatter Teufelinnen einträchtig neben Nichtschwimmerinnen mit Gummitierchen um den Bauch. Fred Feuerstein präsentierte stolz seine Plattfüße in Steinzeitgröße 56, eine Frau mit einer Kreation aus kratzigen Topfreinigern an Kleid und Hut bewies damit Fingerfertigkeit, und drei Neustadter Urgesteine der Frauengruppe St. Georg wackelten als Toiletten mit der Klobrille. "Zieh Leine" stand am Zugseil, als Hüte fungierten Tellerchen mit Münzgeld, und Klopapier gab es natürlich auch.
Der gestiefelte Kater Antje war schon unzählige Male vor Ort und beobachtete eine Herde tänzelnder Zebras, die sich vor der Bühne tummelte. Jäger waren schließlich keine da! Nebenan vergnügten sich zehn voluminöse Törtchen von Coppenrath & Wiese. Die hatten auch noch ein Geburtstagskind zu feiern. Mutter Martina Heinkel wurde von ihren Zwillingstöchtern, Großmama Hilde, immerhin 86 Jahre, sowie dem ganzen Saal lautstark zum Geburtstag gratuliert. Ob Damen mit "grünem Daumen", verruchte Charleston-Tänzerinnen, eine "Miss Pretty in Pink" oder Maria, die orange Hexe mit Signalwirkung, die Stimmung kochte, die Weiber feierten!
Auch die Tänzerinnen des TV 48 zeigten, was sie drauf haben. Bei ihrem wilden Treiben wackelten Hüften und Popos. Ihre Einlage mit akrobatischen Kunststücken mussten sie gleich noch einmal wiederholen. Auf eventuelle Ohnmachtsanfälle waren die „Nachbarinnen von Cortendorf“, allesamt Krankenschwestern des „Weiber-Hospitals“ programmiert, Oberschwester Martina und Oberarzt Dr. med. Viola überwachten mit Argusaugen die Gesundheit des Publikums. Sabine Berger, Veranstalterin mit turmhoher Nofretete-Frisur, führte souverän durch die rauschende Partynacht. (Quelle: Neue Presse v. 04.03.11) >>Bilder